Über die chinesische Medizin

Die Philosophie, die der chinesischen Medizin zugrunde liegt, ist das Prinzip von Yin und Yang. Zwei Gegensätze, die sich in allen Dingen, Zuständen und Naturphänomenen  finden. Yin und Yang existieren nur in Relation zueinander, wandeln sich ineinander, kontrollieren sich gegenseitig. In jedem Yin- gibt es auch einen Yang-Aspekt und umgekehrt. Yin ist das Weibliche, Ruhende, Haltende, Nährende, Organisierte, nach unten Gehende. Yang ist das Männliche, Bewegende, Dynamische, Verändernde, Zerstreute, nach oben Strebende. Dieser Gegensatz erzeugt Spannung, und zwischen den Polen beginnt Qi zu fließen.


Das Absolute existiert nur am absoluten Beginn von Allem. Der Mensch ist in dieses Weltbild als Teil des Großen Ganzen integriert. Er befindet sich zwischen Himmel und Erde und ist über die zwölf Hauptleitbahnen und die acht Sonderleitbahnen mit dem Außen gekoppelt. Die Leitbahnen selbst bilden im Körper des Menschen einen durchgängigen, fließenden Kreislauf und bilden aus chinesischer Sicht, zusammen mit den Zang Fu (Hohl- und Speicherorgane), den physiologischen (gesunden) Stoffwechsel des menschlichen Körpers. Somit werden in der chinesischen Medizin sämtliche Zusammenhänge der menschlichen Regelkreise, eingebettet in die äußeren Gegebenheiten wie z.B. Lebensphase, Stressbelastung, Jahreszeit, etc., sowohl psychisch als auch physisch betrachtet.


Die Therapie der chinesischen Medizin steht auf den fünf Säulen: Akupunktur, Kräutertherapie, Tuina, Qi Gong und Diätetik. Sie basiert auf beobachteten Erfahrungen, die über einen sehr langen Zeitraum (ca. 2000 Jahre) dokumentiert wurden. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich unzählige Therapiestile (Konzepte) auch in Abhängigkeit der individuellen Lebensbedingungen der Menschen im fernen Osten (bspw. politisch, geschichtlich, gesellschaftlich oder klimaabhängig) entwickelt, aus denen wir individuelle Therapien schöpfen.

 

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